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Mahdi Armee, AL-Mahidi Armee

 

1. Definition/en


Mahdi Armee, AL-Mahidi Armee auch Mahdi Miliz oder Jaish al Mahdi.
Wird in der Literatur mit „JAM“ abgekürzt.

 

 

2. Entstehung

Die Gruppe wurde von Muqtada al-Sadr im Juni.2003 gegründet.
Sie erlangte internationale Aufmerksamkeit, als sie am 4.April.2004 die erste große bewaffnete Konfrontation gegen die US-geführten Besatzungstruppen im Irak führte.
Die Amerikaner haben ihre Mitglieder und Anhänger verfolgt und viele von ihnen getötet. Sie haben ihre Zeitschrift „Al Hawza“ für bestimmter Zeit geschlossen, da sie zum bewaffneten Widerstand gegen die Amerikaner aufgerufen hatte. Nach einem langen, blutigen Aufstand der zahlreichen Anhängern und Unterstützern der Bewegung von Sadr wurde am 6.Juni.2004 ein Waffenstillstand vereinbart. Die Gruppe sollte sich in eine zivile politische Organisation umbauen und in die Wahlen von 30.01.2005 teilzunehmen.


Die Anschlägen gegen Al-Askari-Schrein (liegt nördlich von Bagdad) am 22.02. 2006 und am 13.06.2007 haben diesen Schrein total zerstört. Dieser Schrein hat eine besonders große Bedeutung für die Schiiten. Für die Sadr-Bewegung hat er die höchste Bedeutung. Viele Gruppen und Persönlichkeiten aus der Bewegung haben sich nicht mehr an die vereinbarte Waffenstillstand gebunden gefühlt. Sie bildeten Todesschwadronen, die nicht nur gegen die sunnitischen bewaffneten Gruppen vorgingen sonder auch unschuldige Sunniten wahllos töten, weil sie diesen die Unterstützung Algaeda vorwerfen. Dies war der Anfang der blutigen Auseinandersetzung zwischen Schiiten und Sunniten im Irak.

 

Die US-irakische Militär-Offensive gegen die Mahdi-Armee im Frühjahr 2008 hat versucht, Moqtada Sadr und seine politische Bewegung ins Abseits zudrängen. Die Kommunalwahlen vom 31.01.2009 haben bestätigt, dass sie immer noch große Unterstützung in der schiitischen Bevölkerung, vor allem in den armen Schichten, geniest.


3. Aufbau der Gruppe

Da Herr Sadr unerfahren ist, erkennt man in seiner Bewegung kein klares politisches Programm. Die ganze Bewegung richtet sich nach seiner Person und seinen Dekreten.

 

Bezeichnend für die Anhänger, dass sie schwarze Kleider anziehen. Sie heißen manchmal die Miliz der schwarzen Kleider.


Die Mitglieder stammen aus den armen unteren Schichten der schiitischen Bevölkerung, die gar keine oder nur geringe Ausbildung haben. Sie sind radikale Gegner der amerikanischen Präsenz im Irak. Manche der militärischen Anführer sind ehemalige Mitglieder der aufgelösten irakischen Armee.
Die Bewegung hat viele Anhänger in allen Provinzen des Südiraks und in Bagdad.

Ihr Hochburg war die Provinz Missayn im Südiraks und die Sadr-City in Bagdad.


Die Aktivitäten von JAM wurden am 29.08.2007 eingefroren. Erst für sechs Monate dann für weitere sechs und ist seitdem nicht mehr aktiv.

 

4. Führer und Persönlichkeiten

Muqtada al-Sadr

oder Moktada al-Sadr (geboren 12. August 1974) ist ein irakischer Theologe und Politiker.


Er ist einer der einflussreichsten religiösen und politischen Figuren im Lande. Er trägt keinen offiziellen Titel in der irakischen Regierung.


Seine Unerfahrenheit und manchmal Inkompetenz haben seine Anziehung für viele junge Schiiten aus den armen Schichten des Iraks nicht verringert. Er wirkt auf sie charismatisch und entschlossen. Er ist ein unnachgiebiger Antiamerikaner.


Sein Vater, Ayatollah Sadeq al-Sadr, wird von vielen irakischen Schiiten wie ein Heiliger verehrt. Das Erbe scherte dem jungen Kleriker Legitimität , trotz seiner schwachen religiösen Mandat.

 

 

Abu Daraa

Der Mann mit dem Schild, so ist die Bedeutung seines Namen. Ein Der Mann mit dem Schild, so ist die Bedeutung seines Namen. Er ist ein berüchtigte Persönlichkeit aus Sadr-City. Er führte Teile der Mehdi-Armee dort und war für seine Brutalität gegen die sunnitischen bewaffneten Gruppen aber auch gegen unschuldige Sunniten bekannt. Für viele Schiiten gilt er als Held, da er sie von den Angriffen Alqaeda geschützt hatte. Sein Verhältnis zu dem Anführer der Bewegung Herrn „Muqtadā al-Sadr“ ist nicht richtig geklärt. Er ist während der blutigen Auseinandersetzung zwischen Schiiten und Sunniten nach den Anschlägen gegen Al-Askari-Schrein bekannt geworden. Er soll sich nach Iran abgesetzt haben. Es besteht ein Haftbefehl gegen ihn.

 

Abdulhadi Al Daraji

Offizieller Sprecher der Bewegung zu mindest in Bagdad.
Er ist ein radikaler Prediger und unnachgiebiger Antiamerikaner.
Wurde von den Amerikanern am 19.01.2007 verhaftet und erst Ende Juni.2009 freigelassen.

 

Amer AlHoseini

Er war der Sprecher des Sadrs in Bagdad, der Rasafa-Seite. War auch verantwortlich für die Soziale Komitee in der Bewegung.

 

5. Muqtada Alsadr und die Amerikaner.

Alsadr unterhält gute Kontakte und Beziehungen zu den arabischen bewaffneten Organisationen, wie z.B. der palästinischen Hamas-Organisation und der libanesischen Hisbollah.
Kurz vor den Wahlen vom 15.01.2005 sagte Sadr: “Wir sind das schlagende Hand der Islamischen Widerstandsbewegung Hamas und der libanesische Hizballah“.


Die Amerikaner stufen diese Organisationen als terroristisch ein. Sie haben deshalb absolut kein Vertrauen zu ihm. Sie sehen ihn und seine Bewegung als völlig unberechenbar.
Er ist ein absoluter und kompromissloser Gegner der Amerikaner.

 

6. Kontaktnetze / Beziehungen


6.1. In den Nachbarländer

Sadr geniest großen Respekt in den Nachbarländern, wie z.B. Saudi-Arabien, Syrien, Jordanien und auch in der Türkei. Er wird dort von den höchsten Amtträgern der Regierungen empfangen, wenn er zu Besuch geht.

 

Besonders gute Beziehung hat Iran zu ihm, da er politisch und theologisch auf der gleichen Linie wie die dortigen Machthaber ist. Die meisten Geistlichen im Iran vertreten wie er die radikale politische Lehre der schiitischen Theologie. Das gleiche gilt für seine Beziehung zu Libanons-Hisbollah.

 

6.2. In Irak

Zur irakischen Regierung und Parteien hat er eine gespaltene Beziehung. Politisch macht er mit. Er hat eine große Fraktion im Parlament. Muqtada Alsadr wird auch eine Koalition mit den anderen schiitischen und sogar auch sunnitischen Parteien bilden. Er bleibt bei seiner radikalen Einstellung zu den Besatzungstruppen.

 

6.3. Beziehung zu Grand Ayatollah Ali Alsistani

Obwohl er Grand Ayatollah Ali Alsistani, wie alle anderen schiitischen Kleriker, respektiert, zählt er ihn zum sog. Schweigende Hawza. Schweigend deshalb, weil Al Sisitani keine Fatwa für die Legitimierung des bewaffneten Widerstandes gegen die Amerikaner erlassen will.
Muqtada Alsadr zählt sich zu dem sog. Sprechenden Hawza. D.h., die Hawaza, die auch politische Meinung äußert und politischen Fatwas erlässt.

 

7. Aktuelles zu Muqtada Al Sadr

(Stand Juli. - Auguts.2009)
Er befindet sich zur Zeit im Iran, wohnt in Teheran und reist wöchentlich nach der iranischen Stadt Qom, um dort die islamische (schiitische) Theologie zu studieren.
Sein Lehrer ist ein hochrangiger Kleriker, dessen Namen nicht bekannt ist.
Sadr wird im Irak zum kommenden Ramadan erwartet.


Man vermutet, dass Iran ihm den Titel Ayatollah verleihen will, was seine Position im Irak enorm stärken kann. Dies könnte zu großen Kontroversen innerhalb der schiitischen Gelehrten führen. Man braucht normalerweise ca. 15 Jahre, um Ayatollah zu werden.


Dies wird ihm erlauben, Fatwas für seine Anhänger zu geben und macht ihn unabhängig von den anderen schiitischen Klerikern.

 

8. Wer ist Wer / Was ist Was

 

Sadr-City

Das größte und ärmste Stadtteil Bagdads. Dort wohnen fast nur Schiiten. Die Sadr-City ist die Hochburg der Bewegung von Herrn „Muqtadā al-Sadr“ und Mahdi Armee (JAM).

 

Qom

Eines der wichtigsten religiösen Zentren für die Schiiten. Sie liegt im Iran.

 

Al-Askari-Schrein

ist eine wichtige Pilgerstätte. Hier befinden sich die Gräber von vier Familienmitgliedern des Propheten Mohammed. Das Gebäude war für seine goldene Kuppel aus dem Jahr 1905 bekannt.

 

Ayatolla

Mit Ayatollah bezeichnet man einen schiitischen Theologe, der mehrere Jahre theologische Studien hinter sich hat. Er steht in der schiitischen Hierarchie über einem Hodjatolislam, der einen diplomierten Theologen darstellt. Nur ein Mudschtahid, worunter heute der Ayatollah – sozusagen der Doktor der Theologie – fällt, ist befugt, Rechtsgutachten (Fatwas) zu erstellen. Das Verfahren zur selbstständigen Rechtsfindung im schiitischen Islam bezeichnet man Idschtihad.
Man braucht durchschnittlich 15 Jahre Theologie Studium, um diesen Titel zu erlangen..

 

Fatwa

Eine Fatwa im Islam ist eine religiöse Stellungnahme über ein islamisches Recht. Sie wird von einem islamischen Gelehrten ausgestellt. Im sunnitischen Islam sind Fatwas nicht bindend. Im schiitischen Islam können sie , je nach dem Status der Gelehrten, bindend sein.

 


 

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